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BeitragVerfasst: Fr Jan 01, 2010 9:02 am 
Hallo Naike, SCHÖN, dass Du für den Kindsvater die Lanze gebrochen hast.

Hallo in die Runde, ich möchte mal mit einigen Vorurteilen aufräumen. Wenn man Schnucke' s Beiträge liest, findet man das da auch, Abtreibung hat nichts damit zutun, dass man ein Kind nicht liebt. Es kann auch bedeuten, dass man Kinder so sehr liebt, dass man sich umgekehrt ihnen nicht zuwenden möchte und deshalb das Kind in sich abtreibt. "Ich fühle mich dem nicht gewachsen"

Das ist das Gegenteil von "Entscheidung hin zu mehr Selbsterfahrung".

Das mit der Trauer, ich zumindest habe da aus der Position dessen geschreiben, was ich über konkrete Fälle weiß, und diese Frauen waren alle voller Trauer nach einer Abtreibung. Manche erst zeitversetzt viele viele Jahre später. Sternfrau hat da einen riesig hilfreichen Beitrag zu geschrieben. Nächste Verwandte, auch nicht gekriegte Kinder gehören ja dazu, verliert man nicht gefühllos sondern immer mit Gefühlen von Verlust. Das heißt, man trauert. Wenn Kinder gehn, geht einem das besonders doll an s Herz. Aber, wie Sternenfrau schreibt, das ist ein durchlebbarer Prozess. Übrigends auch für Männer.

Staatliche Stellen und Beratungsstellen, das ist ja schön und gut, nur die Mutter bringt letzendlich das Kind groß. Es zieht ja in den wenigsten Fällen der Vater die Kinder groß.

Schnucke, vielleicht forscht Du mal bei Deinen Mutter Themen, jetzt hast Du ja noch Zeit, Dir da vielleicht Wachstum zu wünschen, vielleicht entscheidest Du Dich doch noch für s Kind. Du könntest Dir auch ne Wahlfamilie wünschen, z.B. Freunde, die Dir eher das Kind "entreißen", also sich darin überschlagen, Dir das Kind mal abnehmen zu dürfen. Aber auch, wenn Du es letztendlich abtreibst, ist mir das recht. Obwohl ich um die Konsequenzen weiß. Weil man im Leben vor tiefen Trauerprozessen so oder so nicht verschont bleibt, es können noch andere Trauer-auslösende Ereignisse kommen.

Man kann sich so oder so nicht vor dem Leben schützen. Gibt es SCHÖNE Momente und auch andere.

SCHÖNES NEUES JAHR
wüsncht Tinchen


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BeitragVerfasst: Fr Jan 01, 2010 1:39 pm 
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Hallo liebe Schnucke,

möchte jetzt auch mal was schreiben, nachdem ich hier voll mitgefiebert habe.

Irgendwie, obwohl die Situationen total verschieden sind, errinnert mich deine Geschichte an mich. Ich wurde mal unerwartet schwanger und es war ein totaler Schock. Ich konnte gar nichts fühlen, weder gutes noch schlechtes. Irgendwie voll surreal. Erfahren habe ich es durch eine Uniklinik und da ich keinen Frauenarzt hatte (immer noch nicht) durfte ich meine Untersuchungen bei denen machen. Nach dem ersten Großcheck sagten mir die Ärzte sie müssen mich jetzt täglich untersuchen. Nach einer Woche stand fest: leider ein Abgang. Ich bekam irgendetwas zum Muttermundöffnen und eine Narkose. Voll ätzende, die Schmerzen !!! Trotz der ganzen Tragik hatte ich kaum Trauergefühle *komisch* auch bei meinem Freund. 9 Monate später gebar meine Schwägerin einen gesunden Jungen und wir beide spürten beide ne irre Wut und sowas wie Eifersucht auf sie. Aha also hatte uns das ganze doch gewegt. Das Thema Kind gab es nie wieder und wir wollten keine bzw. planten keine.

Wieder wurde ich ungeplant schwanger nach 1,5 Jahren. Da ich aus meiner ersten Geschichte gelernt hatte, dass ich kaum Gefühle habe, bin ich zum Abtreibungsgespräch gegangen. Ich konnte mir überhaupt net vorstellen was ich mit einem Kind soll. Die Beraterin fragte mich, warum ich das Kind net will. Ich stammelte was von: Beziehung net ideal, kein Geld, kein Plan über die Zukunkt... Aber merkte sehr schnell was das das nur Ausreden waren. Ich flennte wie eine Verrückte und sagte ihr ich brauch den Wisch net, ich behalte es. Als ich in dem Gespräch war, fühlte ich mich so fehl am Platz so komisch unwohl, da wusste ich, egal was ich mir da antue, dass ungewisse fühlt sich tausendmal besser an, als würde ich den Abtreibungswisch mitnehmen.


Mittlerweile ist mein Sohn 6 Jahre und ein weiteres Kind kommt mir net ins Haus. Bin da auch voll streng mit Verhütung und Co. Aber dieses Baby hat aus mir einen wundervollen Menschen gemacht. Einfach der Hammer. Aber ich habe mich nie selber aufgegen oder verbogen. Klar kann man mit nem Kind nicht mehr so flexibel sein, aber soviel hat sich bei mir net geändert. Ich treffe noch immer fast täglich meine Freunde.

Alles liebe fü deine Entscheidung. Egal welche es wird passen.

Liebe Grüße

Jada

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In meiner Welt gibt es nur Ponys.
Und die fressen den ganzen Tag Regenbögen und pupsen Schmetterlinge.


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BeitragVerfasst: Mi Jan 06, 2010 11:07 pm 
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Hallo liebe Jada,

vielen Dank für Deinen Beitrag - der hat Mut gemacht!

Infos für alle, die mitgefühlt haben, in Kurzform:

Bei mir hat sich auch so einiges getan - hatte das Beratungsgespräch in Sachen Abtreibung... war erstaunlicherweise richtig gut und hat mir wohlgetan. Dabei habe ich auch gemerkt, dass ich eher pro Kind argumentiere und mein Gefühl, dass ich den OP-Termin in letzter Sekunde noch absage, hat sich ziemlich verfestigt.

Und gerade an dem Tag, als ich mal wieder heulend auf meiner Terrasse saß und mir dachte "dann sei halt glücklich, egal wie, und krieg das Kind, irgendwie wirds schon gehen..." habe ich Blutungen bekommen und mir ist aufgefallen, dass gewisse Schwangerschaftssymptome seit 2 Tagen gar nicht mehr da sind.

Ich denke, das Moggele hat mir die letztendliche Entscheidung abgenommen. Morgen kann ich endlich zum Arzt und mir das bestätigen lassen, was mein Herz eh schon weiß... Schon komisch, ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als ich die Klarheit hatte und mein Freund meinte, dass Abtreibung vielleicht doch nicht das "Richtige" sei und dass jemand für ihn wohl doch eine Kleinfamilie vorgesehen hätte...

Unglaublich.

Ich sehe es so, dass Moggele vorhatte, mich mal richtig aufzurütteln, mich mein Leben durchleuchten ließ und mir zu einigen (neuen) Erkenntnissen verhelfen wollte. Obwohl es eine Scheißzeit ist, bin ich dem Moggele unendlich dankbar - es gibt die "alte" Schnucke, die normalerweise reichlich fröhlich und positiv ist, ja noch - aber mit Erweiterungsmodul. Das schadet sicher nicht.

Wenn ich mehr weiß und medizinische Gewissheit habe, melde ich mich nochmal...

Euch Lieben, die ihr mit"gelitten" und mitgefühlt habt, allerherzlichsten Dank!!!!!!!!

Schnucke


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BeitragVerfasst: Do Jan 07, 2010 10:51 am 
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Das müssen nicht unbedingt Zeichen sein, dass es vorbei ist, Blutungen kommen recht häufig vor, man fühlt sich auch nicht jeden Tag schwanger. Auch Gefühle können trügen, sie sind halt manchmal eine Interpretation der "Symptome" statt Intuition. Aber genauso gut kann es natürlich auch stimmen.
Echt spannend, die Sache, wenn auch nicht gänzlich im positiven Sinne, aber die Hauptsache ist, daß du Positives draus ziehst, egal wie es ausgeht. Schauen wir, was passiert ...

Alles Gute weiterhin!

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(Rumi, Das Lied der Liebe)


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BeitragVerfasst: Do Jan 07, 2010 11:06 am 
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Zitat:
Ich sehe es so, dass Moggele vorhatte, mich mal richtig aufzurütteln, mich mein Leben durchleuchten ließ und mir zu einigen (neuen) Erkenntnissen verhelfen wollte. Obwohl es eine Scheißzeit ist, bin ich dem Moggele unendlich dankbar - es gibt die "alte" Schnucke, die normalerweise reichlich fröhlich und positiv ist, ja noch - aber mit Erweiterungsmodul. Das schadet sicher nicht.

Ja, Schnucke- so sind Kinder...auch wenn sie erst im Entstehen sind.
Ich drücke dir für deinen Arzttermin die Daumen und freue mich, dass dein Freund noch "da" ist.
Er hat ja genauso viel Angst wie du, aber kein Forum, wo er sich austauschen kann...er macht das auf seine Weise mit sich selbst aus und das kann schonmal holzklotzig rüberkommen :wink:

Danke, dass du uns weiterhin auf dem Laufenden hälst und wünsche euch alles Liebe weiterhin.

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Herzlichst Peti
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BeitragVerfasst: Do Jan 07, 2010 5:06 pm 
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Hallo an alle,

das, was ich mit dem Herzen schon wusste, ist heute medizinisch bestätigt worden - das Moggele hat sich von mir verabschiedet... :cry:

Ich bin ihr aber dankbar für die letzten Wochen, denn das war ein Intensivst-Lernkurs für mich (rein egoistisch gesehen). Was habe ich für neue Gefühle kennengelernt und wie viele Erkenntnisse im Schnellverfahren gewonnen. :shock:

Euch allen nochmals aller-aller-herzlichsten Dank, dass ihr mir sozusagen "zur Seite gestanden" habt - und mich an Eurem Wissen habt teilhaben lassen!!!!

Alles Liebe von
Schnucke


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BeitragVerfasst: Do Jan 07, 2010 5:48 pm 
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Danke für's Teilen. *maldrückwenndumagst*

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BeitragVerfasst: Do Jan 07, 2010 5:55 pm 
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°Drückdichauch°
Zitat:
Ich bin ihr aber dankbar für die letzten Wochen, denn das war ein Intensivst-Lernkurs für mich

Schön, dass du das so klar für dich reflektieren kannst.
Hab heute auch an dich gedacht und danke dir für's Bescheidgeben.

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BeitragVerfasst: Do Jan 07, 2010 6:36 pm 
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Daaaaaaaaaaaanke für die Drückerle!!!!!!!! :)


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BeitragVerfasst: Do Jan 07, 2010 6:59 pm 
ich reihe mich in in die Drücker Geber :)

Schnucke, ich bin positiv überrascht über Deine Bereitschaft, Dich und das Thema anzusehen. Ich denke das selbe von Deinem Freund :) , auch wenn quasi nur Du hier geschrieben hast.

es war uns eine EHRE

lieben Gruß von Frau zu Frau

Tinchen


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BeitragVerfasst: Mi Jan 13, 2010 12:12 pm 
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Registriert: Sa Jan 09, 2010 1:10 pm
Beiträge: 4
hallo ihr alle, hallo schnucke !
ich bin neu hier, habe nur "zufällig" vor einigen tagen schnuckes beitrag gelesen und war sehr berührt von dem thema.
vor etwas mehr 1,5 jahren (war damals 42, nach 4 jahren das 2. kind....) hatte ich dasselbe thema und kann nur sagen: ich bin auch daran gewachsen, vorangekommen und und und.....
mein kleiner schnuffel ist jetzt 1 jahr alt. deshalb hatte und habe ich kaum zeit mehr zu schreiben.
liebe schnucke : alles liebe und gute für dich und deinen freund
schuddi


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