salü shaoli,
" wie offen und ehrlich äußert ihr eure gefühle?"
ich bin gefühlsbezogen offen. grundsätzlich bin ich ehrlich in der äußerung meiner gefühle. nur wenn ich mit meiner angst gehe, schleicht sich eine verwischte, v e r k e h r t e ehrlichkeit ein.
eine geschichte:
mein " ältester" freund, mit dem ich seit jahrzehnten einen lebendigen kontakt pflege, ist so ziemlich das gegenteil von mir in bezug auf den ausdruck von gefühlen. er ist ein brillianter diplomat, ein aufmerksamer zuhörer & trefflicher analyst, der wenig gefühl zeigt(e). ich dagegen bin (war)eher so der " attacke" typ ( wenngleich sich dieses muster mit der zeit verändert hat). vor längerer zeit hatten wir ein gespräch über diese, unsere eigenschaften & er sagte mir, dass er mich um diese fähigkeit, gefühle direkt, offen & ehrlich auszudrücken (nicht nur verbal) beneidet - ich dachte, ich höre nicht richtig, denn eigentlich war ich doch neidisch auf seine diplomatische & verständnissvolle, ja ruhige art im umgang mit gefühlen. haha, wir haben gelacht, als uns dies bewußt wurde - so kann´s gehen.
mittlerweile haben sich unsere muster verändert. er versucht ( mit erfolg) seine gefühle mehr rauszulassen, während ich lerne, erstmal die spannung auszuhalten (z.b. ein tee kochen o. eine nacht drüber schlafen), um dann zu (re) agieren. jedem von uns tut das gut

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" gefühle angemessen äußern"
es gibt zwei maße, an denen ich meine gefühle messen möchte. ein maß bin ich ( inner- & äußerlich). ein maß ist draußen (inner- & äußerlich). hier erkennt man schon, wie verknüpft diese maße sind.
nun, jetzt nochmal die frage: was ist angemessen in diesem komplexen wirkungsgefüge? in diesem kontext danke ich, dass alles angemessen ist - selbst das inadäquate äußern von gefühlen.
ich habe erfahren, dass wenn ich offen bin - sich mein gegenüber ( auch wenn es ein gegenstand oder sache ist) sich auch öffnet. ich finde das gut. auch gut finde ich, wenn ich, eine gewisse achtsamkeit im umgang mit gefühlen erlerne, erfahre und mich solchermaßen öffne.
das eine oder andere mal habe ich mich bereits hier im forum inadäquat (gefühlsmäßig) zu beiträgen geäußert. als ich dies tat, hatte ich zwar ein ungutes gefühl - doch ich bin nicht sehr darauf eingegangen & habe es trotzdem gesagt, so wie es sich anfühlte. ... & ich lerne heute noch daraus. & ich bin dankbar für dieses maß von außen.
liebe grüße
p.s.: ich lese eben noch maffis worte "offene beleidigungen". grobschlächtiges verhalten ( nicht nur verbaler natur) prallt (mittlerweile) oft bei mir einfach ab ° perlab °. wenn es einen nährboden bei mir finden sollte, suche ich bei mir nach der ursache. wenn ich grobschlächtig werde (nicht nur zu anderen, sondern auch zu mir) - selten erwische ich mich dabei (oft profane anlässe, z.b. autofahren) -, ist dies ein wichtiges signal für mich (sozusagen alarmstufe rot) & ich schaue nach: " was ist da?" . & oft ist da was, das ich nicht sehen, ... nicht fühlen möchte ---> ein schmerz, eine wunde, eine angst, eine trauer oder alles zusammen

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