Hallo Danny,
es ist natürlich schwer, das von außen zu beurteilen, ohne weitere An-
haltspunkte zu haben. Man müßte mehr wissen, um die Ursachen er-
gründen und Lösungsansätze finden zu können.
Eine Frage: wohnt ihr zusammen? Ich habe nämlich für mich festgestellt,
daß zu enges Aufeinanderhocken einer Beziehung auf Dauer abträglich
sein kann. Nicht muß, aber kann. Ich sehe das bei vielen Paaren in
meinem Umfeld. Bei getrennten Wohnungen passiert das nicht ganz so
schnell.
Aber, das Unvermeidliche könnte dadurch auch nur hinausgezögert
werden. Denn, manchmal ist es einfach so, daß man nicht zusammen-
passt. Das hat nichts mit Liebe zu tun. Er/Sie hat dann z.B. einfach
grundlegend andere Ansichten/Sichtweisen/Denkmuster als man selbst.
In der Anfangsphase sieht man das nicht oder sagt sich "das wird schon
passen". Weil jeder auf den anderen zugeht, aus verliebtheit, und sich
für ihn/sie verbiegt. Dieses Verbiegen ist aber meist nicht dauerhaft, die
meisten wollen bzw. können ihren Charakter nicht nachhaltig ändern.
Und wenn die Charaktäre zum Vorschein kommen, blank liegen und
aufeinanderprallen ... dann gibt’s Zoff. Da nerven selbst Kleinigkeiten.
Und man mag den anderen, wie in Deinem Fall, gar nicht mehr sehen.
Zwei Räte (ähh ... was ist eigentlich der Plural von 'Rat'? - ah, Tante
Google befragt, ergibt: Ratschläge. Naja, schlagen will ich Dich jetzt
nicht, aber ...)
1. Reden
Und zwar mit IHM! Damit meine ich nicht diskutieren, oder gar streiten.
"Schatz, irgend etwas stimmt hier doch nicht. Laß uns reden. Sage Du
erstmal gar nichts, laß mich erstmal sagen, was mir auf dem Herzen
liegt". Und dann sagst Du ihm, daß Du ihn liebst. Oder sehr liebst, je
nach dem. Spüre Dein Liebesgefühl und teile es ihm verbal mit. Und
dann mußt Du das, was Du hier im Thread geschrieben hast, ihm
sagen. Er sollte wissen, was Du denkst und fühlst. Und daß Du Dich
selbst fragst, woher es kommt. Und daß Du eine Lösung willst/brauchst.
Danach soll er reden.
Wenn er reden kann, ich meine offen ist, auf Dich zugehen kann, selbst-
kritisch genug ist, kann sich allein schon durch das Gespräch einiges
lösen. Falls Du das noch nicht gemacht hast - mach es. Sei mutig!
Kann er das nicht ... dann ... halte ich es ... so hart es klingt ... für
aussichtslos, daran festzuhalten. Denn, wenn er nicht reden kann, wirst
Du immer, immer und immer wieder diese Erfahrungen mit ihm machen.
Würdest Du diesen Streß wollen?
Was passiert durch das miteinander Reden? Man erfährt rational etwas
vom anderen. Die reine Ratio. (Ich halte nichts davon, immer alles nur
auf Emotionen zu konzentrieren. Die Ratio wäre uns nicht gegeben, wenn
wir sie nicht auch nutzen sollten, oder?)
Versuche, mit ihm zu reden. Es könnte sein, daß sich dadurch vieles
löst. Vielleicht denkt und fühlt er ähnlich wie Du? Finde es heraus.
Wenn er es nicht kann, oder er es doch gaaaaaanz anders sieht, dann
muß ich Naike recht geben: Abstand, oder Beziehungspause.
Wobei ich ehrlich sagen muß: ICH denke, das ist dann das Ende. Sicher,
einige kommen danach wieder zusammen ... trennen sich dann wieder,
kommen wieder zusammen ... trennen sich dann wieder. Da sehe ich
aber sofort: hier hat jemand seine Lektion nicht gelernt.
2. Literatur
Scheint mit Deinem Thema auf dem ersten Blick gar nicht zusammenzu-
hängen, aber, kann Dir durchaus helfen. Und nicht nur in diesem Fall!
"Ich vergebe - der radikale Abschied vom Opferdasein"
-- Colin C. Tipping
Ich hoffe, bzw. wünsche mir, Dir geholfen zu haben. Und wenn es nur
Anregungen waren, über das eine oder andere nochmal nachzudenken.
Sei Dir sicher: es wird sich alles für Dich fügen.
Obwohl wir uns nicht kennen: meine besten Wünsche und Gedanken
sind mit Dir. Habe eben mal eine Bestellung ans Universum abgegeben
Andreas
p.s.: sorry, ich war wohl wieder etwas ... ausschweifend. *seufz*
Es gibt aber so viel, noch viel mehr, zu diesem Thema zu sagen ...