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 Betreff des Beitrags: Abraham und der Tot
BeitragVerfasst: Mi Jun 17, 2009 3:03 pm 
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Registriert: Mo Mär 10, 2008 8:07 pm
Beiträge: 291
Wohnort: Dublin, Irland
Hallo an alle,

ich habe neulich folgendes Abraham Video auf youtube gesehen (Achtung, ist englisch):
http://www.youtube.com/watch?v=xa79PhMz9FU.

Aber ich denke mir dabei, naja, ist ja toll dass zum Beispiel mein Partner jetzt in sein nicht-physisches Dasein gewechselt ist und mit der Quelle eins geworden ist und ich freue mich für ihn...aber was nutzt mir das jetzt? Ich bin allein zurück, das Bett ist leer, die Wohnung ist leer, etc. Bei sowas kann man sich doch wohl schlecht freuen.

Wie ist eure Meinung dazu??

Alles Liebe,
mC.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mi Jun 17, 2009 6:07 pm 
Rein rational kann ich das nachvollziehen, was dort gesagt wird. Ich finde aber auch, dass man Gefühle von Trauer zulassen sollte, wenn sie nun einmal da sind und das gerade nach dem Verlust eines geliebten Menschen. Ich finde, es herrscht gerade auch durch die vielen Positiv-Denken-Bücher bei vielen Menschen ein gewisser Druck, immer fröhlich und gut gelaunt zu sein. Dadurch sind sich viele Menschen ihrer eigenen Gefühle gar nicht mehr so sehr bewusst und entfernen sich immer mehr von sich selbst.


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BeitragVerfasst: Mi Jun 17, 2009 9:35 pm 
Ach, das mit dem totsein ist ein Hammer Thema.

Zur Trauer, da gibt es einmal den einen Teil, wo man eine Person vermißt. Trauern ist gesund. Trauern ist immer gesund. Irgendwie gibt es "Geschenke" für die Seele, wenn man durch den dicken Schmerz durch ist. Kann ich kaum erklären. Da ich selber grade trauere (allerdings nicht, weil wer tot ist), finde ich, wegen der Größe des Schmerzes in dieser Erkenntnis grade keinen Trost. Ist man aber durch, ist man irgendwie tiefer, man empfindet tiefer.

Der zweite Teil ist, wie geht das mit dem totem Menschen weiter. Totsein als schrecklicher Zustand? Und diese Haltung, dass totsein schön ist, gibt Trost. Eine ehemalige Freundin von mir war mehrmals klinisch tot, im Zusammenhang mit Op s. Die sagte, Totsein ansich ist schön, wunderbar, könnte man süchtig nach werden. Ingmar Bergmann sagte von einem ähnlichem Erleben, Totsein wäre der totale Frieden und sehr heiter. Er wollte aber noch weiter leben, weil er noch was tun wollte, so ist er dann zurückgegangen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich keinen Schimmer, ob und wie es nun wirklich ist. Ich komme nur immer mehr dahin, dass es sowas wie eine spirituelle Kraft gibt. Und wenn ich mich mit der verbunden fühle, fühle ich immer Liebe, also was schönes. Und wenn ich so weiter spekuliere, dass tote Menschen das dann auch fühlen, nur immer, das ist doch tröstlich.


Ich weiß es von eigenen Verlusten, von toten Menschen in meiner Nähe, dass dieses andere Bild von totsein mich tröstet. Vorher hatte ich so ein Bild, diese spezielle Person hatte kein schönes Leben, starb total plötzlich und fühlt sich jetzt bestimmt gräßlich, mal ganz naiv ausgedrückt. Das hielt mich zusätzlich im Schmerz der Trauer fest. Mit einem leichterem schönerem Bild von totsein fühle ich mich auch besser. Dann kann ich leichter meinen Schmerz des Verlustes ansehen. Und mich besser durch die Trauer arbeiten.


Ich habe die Erfahrung gemacht, bei einem sehr persönlichem Trauerprozess, wo ich mir auch hilfreiche Gesprächspartner geholt habe, dass es einerseits sehr sehr schmerzte, andererseits ich mich selten so lebendig gefühlt habe. So mit mir verbunden wie selten.

keine Ahnung, ob das wer nachvollziehen kann.

meowCat, hast Du denn Ansprechpartner für Deine Trauer Gedanken oder machst Du das mit Dir alleine aus? Manche Trauer Gruppen sind erstaunlich hilfreich. Ich drücke Dir die Daumen und grüße ganz doll freundlich zu Dir rüber

Tinchen


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BeitragVerfasst: Do Jun 18, 2009 12:22 am 
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Registriert: Mo Mär 10, 2008 8:07 pm
Beiträge: 291
Wohnort: Dublin, Irland
vielen Dank für die Antworten.

Mein Beitrag war vielleicht etwas missverständlich, da ich selbst momentan glücklicherweise keinen Trauerfall zu beklagen habe.

Aber das Thema beschäftigt mich momentan sehr.

Vielleicht bin ich einfach zu egoistisch, aber was mit dem Menschen nach dem Tod ist, das überlasse ich diesem Menschen. Was akut ist, ist das die Person dann nicht mehr Teil meines Lebens ist. Wie geht man damit um? Meine Mutter ist zum Beispiel nie darüber hinweg gekommen, dass mein Vater gestorben ist. Es ist jetzt ca 25 Jahre her und sie trauert immer noch. Davor ihre Mutter wurde auch früh Witwe und hat um die 10 Jahre getrauert bevor sie sich wieder für jemanden geöffnet hat.
Davor habe ich Angst, dass mir sowas vielleicht auch mal passiert. Und dann? Wo soll denn da die Trostbotschaft sein für MICH, dass der andere jetzt den totalen Frieden hat. Da spring ich dann doch lieber von nem Hochhaus um auch diesen Frieden zu haben, wenn's hier dann nur noch schrecklich ist (außer ich wäre katholisch und glaubte dann in die Hölle zu kommen).


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BeitragVerfasst: Do Jun 18, 2009 8:09 am 
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Registriert: Fr Mai 22, 2009 11:58 am
Beiträge: 65
Wohnort: bei Berlin
hallo meowcat,

ich finde auch, dass der tod ein schwieriges thema ist. wenn die menschen, die man liebt, nicht mehr da sind wie zuvor, dann wäre das für mich auch erstmal ein großer verlust und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen könnte.
wenn ich nun von dir lese, dass deine mutter nach 25 jahren noch trauert, dann sagt mir mein gefühl, dass das nicht der ideale weg sein kann. diese art mit dem tod umzugehen hat sie dann vielleicht von ihrer mutter übernommen. und ich denke du bist an einem punkt, wo du dir überlegen kannst, ob du es so weiterführen möchtest oder ob du eine andere einstellung zum tod gewinnen kannst/willst.
ich finde schon, dass man ein gutes gefühl daraus ziehen kann, dass der gestorbene frieden gefunden hat, dass es ihm gut geht. das ist die eine seite. die andere seite ist, dass man selbst frieden finden muss. warum glaubst du, du müsstest dafür von einem hochhaus springen? ich glaube, eine zeit der trauer ist gut und berechtigt, aber es sollten nach meinem empfinden nicht mehrere jahre sein. auch wenn andere menschen uns wichtig sind und es schön ist, mit ihnen hier zu leben und in liebe verbunden zu sein, können wir auch aus uns heraus immer liebe und freude in unserem leben finden. zumindest glaube ich das. ich wünsche dir, dass du dich mit dem tod aussöhnen kannst und du darüber auch die angst verlierst.

liebe grüße
maren


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BeitragVerfasst: Do Jun 18, 2009 9:18 am 
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Registriert: Mi Mär 29, 2006 6:14 pm
Beiträge: 149
Hab das video aus technischen Gründen jetzt nicht gesehen, aber kenne die Ansichten von Abraham dazu.
Hab neulich geträumt, dass meine Oma gestorben ist und die einzige Frage war für mich: Warum hast du mich allein gelassen?
Das Wissen, dass der Tod nichts schlimmes ist und eine selbst-gewählte Entscheidung usw. hat sich tief in mir verfestigt.
Früher existierte ein Schrecken in der Gesellschaft, wie es der Person nach dem Tod wohl ginge oder eine Angst vor dem eigenen Tod. Bei mir ist das jetzt nun nicht so. Vor Abraham hatte ich mir da auch nie Gedanken drum gemacht.
Nun, aber eines bleibt. Meine Oma ist sehr krank und ich hab Angst, dass sie bald keine Lust mehr hat. Das ist ihr gutes Recht und ich dürfte ihr keine Vorwürfe machen. Aber trotzdem erfasst mich eine Angst, wie das Leben ohne sie sein mag.
Mehr als den Abraham-Spruch aus Sara und die Eule: "Ich werde mein Herz trotz allem offen halten!" kriege ich da nicht hin.
Aber das ist die Resistance, dass sich dagegen wehren, dass etwas unerwünschtes passiert oder mit einer Situation, die einen contrast erzeugt nicht zurecht zu kommen. "Eigentlich" nicht anderes als das tägliche Leben. Wenn man sein Herz offen hält, sollte es einem eigentlich die Kraft und Stärke geben mit der Situation zurecht zu kommen und jeder Ausdruck von vermissen ist ein Ausdruck der LIEBE und das wissen wir ja auch kommt energetisch da an, wo es hingehört. Wenn man sich darauf konzentriert fällt es glaub ich leichter, sein Leben wie es nun ist weiterzuleben.
Ich hab noch nicht viele Menschen verloren, aber da wo es der Fall war, hab ich irgendwo gespürt, dass es in Ordnung ist und das war in dem Moment wichtiger als mein Ego. Meine Trauer hab ich zwar als mein gutes Recht zugelassen, aber ich glaube, wenn man seine Gefühle rauslässt und sie akzeptiert, gibt es kein gut und schlecht. Also auch schlechte Gefühle können gut sein, wenn man mit ihnen im Reinen ist und sie eine Funktion erfüllen.
Trotzdem bleibt mein Ziehen in der Magengegend, wenn ich an meinen Traum denke. Ich spüre auch genauso gut, dass diese Art von fear und resistance nicht gut ist für mich.

_________________
We are the mighty who soar through the air, creating our own destiny (Hammerfall - Trailblazers)


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