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Artikel für das Magazin Vita: Wünsche sind Gebete

Von Manfred Mohr

 

Es besteht eine große Ähnlichkeit zwischen dem Wünschen, das wir ja auch als „Bestellen beim Universum“ kennen, und dem Beten. Bei beiden wende ich mich an eine höhere Macht außerhalb von mir. Darum ist es für mich unwesentlich, ob ich diese Kraft nun „Gott“ oder „Universum“ nenne. In jedem Fall trete ich dabei in Kontakt zu etwas Höheren, das viel größer ist als ich selbst.

 

Beten und Bestellen sind darum so etwas wie Geschwister. Sie stammen aus derselben Familie, auch wenn sie unterschiedliche Arten der Verbindung zur Schöpfung anbieten. Das Bestellen drückt in zeitgemäßer Weise aus, dass es eine Instanz außerhalb von uns gibt, mit deren Hilfe wir positiven Einfluss auf unser Leben nehmen können.

 

Die enge Beziehung von Wünschen und Beten zeigt sich auch daran, dass sie beide am besten im Gefühl von Liebe funktionieren. Sie sind, jedes auf seine Weise, beide eine tiefe Herzensangelegenheit. Wir sollten darum dabei eine Art Kapelle in unseren Herzen einrichten. Denn das Herz wird seit jeher als der Ort in unserem Körper angesehen, wo wir mit unserer Liebe ganz verbunden sein können.

 

Durch meinen Wunsch wie auch mein Gebet möchte ich Gutes bewirken, etwa, wenn es in einem Bereich meines Lebens noch fehlt oder wenn etwas noch besser sein könnte. Beim Beten wird dies besonders deutlich: Ich lade hierbei das Göttliche zu mir ein in mein Herz. Denn vom Wortsinn her stammt „Gott“ von „gut“. Um erfolgreich zu wünschen, können wir darum sehr viel vom Beten lernen.

 

Wenn wir beim Beten andere Menschen mit einschließen, lassen wir die Liebe unserer Herzen wirken. Beten in dieser Form ist darum nichts anderes als lieben. Gerade die Menschen, die uns nahestehen und die wir lieben, schließen wir in unser Gebet mit ein. Beispielsweise für unsere Kinder:

 

Gebet für unser Kind

Lieber Gott,

danke für dieses Kind.

In meinem Herzen bin ich so voller Liebe.

Bitte lass es meine Liebe spüren

und führe meine Hände und Taten in deinem Sinne,

damit ich ihm das Beste angedeihen lassen kann.

Bitte schütze dieses Kind,

lass es groß werden und selbstbewusst,

lass es mit deiner Hilfe seinen Weg finden,

und schenk ihm den Mut, zu sich selbst zu stehen.

Darum bitte ich dich.

Amen.

 

Immer wieder weist die Bibel darauf hin, dass Gott Liebe ist. Jesus als menschgewordener Gott ist Sinnbild für diese Liebe. In der christlichen Tradition ist Jesus darum der Inbegriff eines Gottesbildes, das die Gotteskindschaft des Menschen betont: Wir Menschen sind geliebte Kinder Gottes.

 

Beim Gebet versenke ich mich so tief in mein Herz, dass ich den Raum der Liebe betreten kann, der mir dort jederzeit offensteht und bereitwillig auf mich wartet. Beim Gebet wirkt dieser Raum der Liebe durch mich. Indem ich diesen Raum betrete, lasse ich die Liebe dort fließen in dem Sinne, wie mein Herz und mein Gebet es möchten. Ich stelle mich in den  Dienst der Liebe und wünsche mir von ihr, dort zu wirken, wo sie es für richtig erachtet. Oft beten wir für Menschen, die wir besonders lieben, etwa für unsere Lebenspartner:

 

Gebet für unsere Partnerschaft

Lieber Gott,

ich danke dir so sehr für diesen neuen Partner/diese neue Partnerin.

Er/sie ist dein himmlisches Geschenk.

Bitte wache gut über unsere Beziehung,

und lass das zarte Pflänzchen wachsen und kraftvoll werden.

Lass uns einander gut verstehen und uns aneinander erfreuen.

Schenke uns die Kraft, einander anzunehmen, so wie wir sind,

wenn wir uns einmal aneinander reiben sollten.

Bewahre uns davor, einander zu kritisieren und verändern zu wollen.

Lass unsere Herzen einander immerfort spüren.

Schenke uns Wohlwollen und Verständnis füreinander

und führe unsere Körper in Sehnsucht zusammen.

Bitte segne unsere Partnerschaft durch dein heiliges Band.

Hilf uns, die kommenden Probleme zu überwinden,

und führe uns durch sie sogar noch fester zusammen.

Darum bitte ich dich.

Amen.

 

Damit meine Bitte im Himmel erhört werden kann, sollte ich als Bittsteller in der Haltung von Liebe sein. Für mich ist dies der indirekte Beweis, dass die Schöpfung Liebe ist. Nur, wenn ich mich für den Augenblick meiner Bitte wirklich im Herzen befinde, schwinge ich mich wirklich auf die Ebene unseres Ursprungs ein. Offenbar ist diese Schöpfung Liebe und wirkt durch Liebe auf uns ein.

 

Damit kommen wir auf einen wichtigen Umstand zu sprechen: Dort, wo ich ablehne und nicht akzeptieren kann, falle ich aus der Liebe. Je mehr ich mich selbst, die Welt und die Menschen darin ablehne und verdamme, umso mehr entferne ich mich so nur noch weiter vom Zustand der Liebe. Ich grenze mich durch meine Ablehnungen aus, von der Liebe und von Gott. Es ist von daher nicht weiter verwunderlich, dass ich in diesem Zustand unglücklich bin und nach Glück suche. Das Glück wäre zu finden in der Liebe und damit in der Verbundenheit mit allem, was ist: mit mir selbst, mit anderen Menschen und auch mit Gott.

Dabei ist Liebe eine bewusste Entscheidung von mir. Ich öffne mein Herz durch meinen freien Willen dazu. Liebe ist genau darum kein Dauerzustand, der sich automatisch einstellt. So, wie ich eine Blume gieße, sollte ich auch meine Liebe bewusst verschenken, in die Beziehungen, die mir wertvoll sind. Etwa die zu meinem Lebenspartner. Auch meine Beziehung zu Gott bedarf der Pflege. Ein Gebet ist eine Art Beziehungspflege zu meinem Gott.

 

Wenn ich alle Menschen liebe, liebe ich alle Teile meiner selbst. Der Schatten im anderen, das, was ich an ihm ablehne, ist mein eigener Schatten. Solange ich andere Menschen ablehne, lehne ich mich selbst ab. Um ganz zu werden, lerne ich darum am besten, zu lieben. Liebe geht über den Schatten des anderen hinweg und führt dann zu mir selbst. Wenn ich alles am anderen angenommen habe, nehme ich mich selbst an.

 

Lieben zu lernen bedeutet schließlich, den anderen Menschen in jeder Form zu akzeptieren: als ungerechten Chef. Als nörgelnden Nachbarn. Als doofen Kollegen. Als Partner, der mich nicht genug liebt. Als Eltern, die mich früher nicht genug geliebt haben. Und so weiter. Durch das Gebet schenke ich auch diesen Menschen Liebe. Durch das Beten kann ich jede Beziehung verbessern, auch die Beziehung zum Universum.

 

Dein Licht ist das Herz aller Herzen

Dein Licht ist das Herz aller Herzen
die Quelle des Herzens bist du
entzündest dort tausende Kerzen
entzündest dein Licht immerzu.

So lang hab ich dich übersehen
so lang hab ich dich nicht gekannt
nun kann ich kaum geh‘n und auch stehen
bin nun unentwegt übermannt.

Und auch jeden Mensch kann ich spüren
denn Du bist in jedem Gesicht
und jedwedes Herz willst du führen
entfaltest auch dort stets dein Licht.

Ich kann Dich im du erst erkennen
wenn Du mich das Schauen gelehrt
der Schmerz lässt in mir nur verbrennen
was mir deine Nähe verwehrt.

So lass mich im Feuer verwandeln
um Alles als Dich anzuseh‘n
und in Deinem Sinne zu handeln
und mit Deinen Schritten zu geh‘n.

 

Mitte November 2016 erschien das neue Buch von Manfred Mohr: „Gebete ans Universum- Wie wir Hilfe für die wirklich wichtigen Dinge im Leben erhalten“.