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Artikel für das Engelmagazin: Endlich zu Hause in mir

Wenn du die Überschrift dieses Artikels liest, stellt sich dir sicher unwillkürlich die Frage: Bei mir selbst zu Hause sein, ja, wo ist das denn? Wo in mir selbst ist denn mein Zuhause? Und wenn du dann dieser Frage nachspürst, stellen sich dir Erinnerungen ein, an besondere Momente, in denen du dich ganz zu Hause fühltest. Zu Hause sein, das ist doch vor allem ein Gefühl: Geborgenheit, Schutz, ein sicherer Ort, an den du dich nach dem Alltag und am Wochenende zurückziehen kannst.

„Ankommen“, das ist der Begriff, mit dem ich dieses Gefühl von „zu Hause“ beschreiben würde. Ich komme wieder bei mir an. Den Tag über war ich unterwegs, da draußen, an der Arbeitsstelle, in meinem Alltag und nun schließe ich die Haustüre auf und bin zurück. Ich bin wieder da, in meinem Nest. Hier tanke ich auf, hier darf ich sein. Hier finde ich wieder zu mir selbst zurück.
Dieses Bild, nach einem langen Tag oder einer Reise wieder zu Hause anzukommen, spiegelt eine tiefe Sehnsucht wieder, die wir Menschen alle in uns tragen. Unser Zuhause ist unser ruhender Pol, unser Zentrum, unser Mittelpunkt. Es ist der Dreh- und Angelpunkt unseres Lebens.
Nun möchte ich dazu ganz praktisch werden. Was können wir nun tatsächlich tun, um unser Heim, unser Haus oder unsere Wohnung gemütlicher zu gestalten? Davon handelt die erste Übung, die ich dir
hier für dein äußeres Umfeld anbieten möchte.

Übung: Dein Zuhause
Sieh deine Wohnung oder dein Haus einmal mit anderen Augen an. Setz dich dazu bitte auf dein Sofa, dann auf dein Bett, dann an den Küchentisch und vielleicht noch auf deinen Balkon oder deine Veranda. Verbinde dich mit deinem Herzen und frage dich an jedem dieser Plätze einmal: „Wie geht es mir hier, wie fühle ich mich an diesem Ort?“ Du wirst dabei ganz neu entdecken, was dich mit deiner Wohnung oder deinem Haus gefühlsmäßig verbindet. Du bekommst Klarheit darüber, was du an deinem Zuhause wirklich magst. Welcher Platz ist dir der liebste? Balkon, Badewanne, Küche, Veranda, Bett, Sofa? Zähle dir nun noch einmal auf, warum du deine Wohnung magst. Zum Beispiel: Ich mag ganz besonders meinen alten Küchentisch. Ich hänge sehr an der Posterwand mit meinen Urlaubsbildern. Ich genieße das warme Licht, das am Abend durch mein Fenster scheint. All diese Gegenstände und Eigenschaften deiner Wohnung hast du dir selbst geschaffen und dir selbst erlaubt. Mach dir einmal ganz bewusst: All das Schöne, das dich in deinem Zuhause umgibt, spiegelt dir deine Wertschätzung zu dir selbst! Genieße also wirklich deine Kuschelecken, deine Lieblingsplätze. Nimm deine Pflanze in dein Herz, deinen Hund, deine Küche, dein gesamtes Haus. Kommt dir nicht sofort eine Idee, wie du deine Wohnung noch schöner und liebenswerter gestalten könntest? Die Liebe, die du deiner Wohnung schenkst, strahlt sie dir ganz sicher hundertfach zurück!

Eine Seminarteilnehmerin namens Ulrike erzählte mir, dass sie seit dieser Übung mit einem ganz neuen Blick durch ihre Wohnung geht. Wo könnte sie noch etwas verschönern? Seit einer Weile stöbert sie mit diesem Gedanken auch durch Einrichtungshäuser und findet immer wieder kleine Dekorationsstücke für sich selbst, oder um sie an nette Bekannte zu verschenken. Einen Platz in ihrer Wohnung hat sie als Leseecke eingerichtet und einen anderen, um dort ihre Morgenmeditation abzuhalten. Oft zündet sie am Abend eine Kerze in ihrer Wohnung an, weil sie dieses sanfte Licht so heimelig findet. Sie meinte zu mir, seither ist sie viel lieber zu Hause und schätzt ihre Wohnung viel mehr als ihren Zufluchtsort.
In dieser ersten Stufe beginnt das Gefühl, zu Hause zu sein, schlichtweg in unserem Außen. Weil ich mein Zuhause mag und sehr schätze, verschönere ich es. Das können neue Farben an den Wänden oder frische Blumen auf dem Tisch sein. Nun, im zweiten Schritt, gehen wir wie bei einer Zwiebel eine Schale weiter nach innen. Was steht uns noch näher als unsere Wohnung? Was umgibt uns immer, jeden Moment unseres Lebens, 24 Stunden am Tag? Unser eigener Körper! Um wieder mehr bei mir zu Hause anzukommen, kümmere ich mich ebenfalls um mein leibliches Zuhause, meinen Körper.

Übung: Gärtner sein für deinen Körper
Diesmal erkunden wir nicht die eigene Wohnung, sondern unseren Körper. Nimm darum Kontakt zu ihm auf und lege zu Anfang deine Hände auf dein Herz und spüre in dich hinein. Erlaube dir einen kleinen Checkup. Beginne oben am Kopf. Wie geht es deinen Augen? Wie fühlen sie sich an? Ist die Brille noch angemessen? Oder brauchst du vielleicht bald eine? Was machen deine Zähne, wäre ein Besuch beim Zahnarzt mal wieder fällig? Fühle in dich hinein: Zwickt es irgendwo in dir? Wie geht es deinem Herz, deiner Lunge? Geh deine ganzen Organe und deinen Körper einmal durch. Kümmere dich dabei besonders aufmerksam um deine Schwachstellen. Du kennst dich selbst am besten. Nimm dir vor, in naher Zukunft besonders achtsam mit deinem Körper umzugehen. Was könntest du in nächster Zeit für ihn tun? Ein Besuch im Schwimmbad, ein Spaziergang? Wie wäre es mit einer Massage? Dein Körper wird es dir danken. Die Aufmerksamkeit und Sorgfalt, die du ihm schenkst, gibt er dir durch Vitalität und Kraft hundertfach zurück. Wenn du Freude daran hast, notiere dir die Ergebnisse dieser Übung im Anschluss noch auf ein Blatt Papier oder in dein Tagebuch.
Menschen, die bei sich selbst zu Hause sind, kümmern sich wie ein guter Gärtner hingebungsvoll um ihren Körper. Wenn ich meine Blumen dünge und mit genügend Wasser versorge, werden sie prächtig und farbenfroh erblühen und mich erfreuen. Genauso wird mein Körper es mir danken, wenn ich genügend schlafe, gehaltvoll und gesund esse und mich ausreichend bewege. Also, fühle hinein in deinen Körper, damit er dir ein gutes Gefühl zurückschenken kann!

Auf unserem Weg durch die Zwiebel von außen nach innen kommen wir nun ihrem Zentrum immer näher. Wir können unsere Wohnung in ein Zuhause verwandelt und in unserem Körper zu Hause sein. Der Platz in uns, der uns jedoch am meisten entspricht und der uns ganz besonders das Gefühl vermitteln kann, geschützt und geborgen zu sein, ist unser Herz. Es ist unser zentrales Organ und der Sitz unserer Empfindungen. Nun, in diesem dritten Schritt, lade ich dich ein, mit ihm in Verbindung zur treten. Solltest du nun meinen, Huch, das ist aber bestimmt sehr schwer, dann empfehle ich dir die folgende Geschichte.

Ein Sultan war auf der Suche nach einem neuen Berater und schickte darum eine Botschaft in sein Land, alle weisen und klugen Männer sollten sich bald an seinem Hofe einfinden. Als alle eingetroffen waren, stellte er ihnen eine scheinbar unlösbare Aufgabe. Er führte sie an eine große Tür, die mit einem schweren, riesigen Schloss versehen war. Der König sprach: „Wer von euch dieses Schloss zu öffnen vermag, soll mein neues Berater sein. Es ist das größte und komplizierteste Schloss in meinem ganzen Reich!“ Die Weisen und Schriftgelehrten traten zögerlich an das Schloss heran, um es zu untersuchen. Bald schon schüttelten sie aber den Kopf und sagten, man könne es unmöglich öffnen. Der Mechanismus sei viel zu ausgetüftelt.
Die ersten begannen bereits, den Palast wieder zu verlassen, da trat als Letzter der Weisen Nasruddin heran. Er schaute bedächtig auf das Schloss, fummelte ein wenig an der Tür herum und zog dann kräftig an einem Griff. Und – die Tür öffnete sich! Sie war nur angelehnt gewesen, das Schloss gar nicht abgesperrt. Viele Jahre diente Nasruddin dem Sultan daraufhin als treuer Berater.
Der Kontakt zu deinem Herzen ist ebenso leicht. So wie das Schloss des Sultans scheint es nur verschlossen zu sein. Du musst es nur versuchen, und schon wird es sich dir öffnen. Probiere es doch einfach einmal mit der folgenden Übung aus:

Übung: Deine Freude entdecken
Lege bitte wieder die Hände auf deine Brust und spüre in dein Herz hinein. Was geschieht? Vielleicht spürst du, wie deine Hände langsam warm werden und sich die Wärme in deinem Brustkorb ausbreitet. Frage nun dein Herz: was ist deine Freude? Was macht dir am meisten Spaß? Unwillkürlich stellen sich nun bald erste Erinnerungen bei dir ein. Wie war es damals, als du ganz jung gewesen bist? Geh zurück in deine frühe Kindheit, als du drei oder fünf Jahre alt warst, und frage dein inneres Kind: Was hat mir damals wirklich Freude gemacht? Schreib es dir auf, blättere in deinen Erinnerungen und mach dir danach ein paar Notizen. Erinnere dich an die Momente, wo du ganz versunken warst in deine Tätigkeit. Viele Dinge, die uns Spaß machen, begleiten uns schon ein Leben lang. Sie bereiten uns auch heute noch Freude.

Um auf dieser Reise zu meinem Zuhause schließlich in meinem Herzen anzukommen, beginne ich, die Bedürfnisse meines Herzens zu spüren. Was macht mir wirklich Freude? Ganz spielerisch komme ich dabei wieder in meine Kindheit zurück. Im Durchschnitt lächeln wir als Kind viele hundert Mal am Tag. Als Erwachsene nur noch zehn bis zwanzig Mal täglich. Erlaube dir darum immer wieder diejenigen Dinge, die du gerne tust. Dein Herz wird es dir danken!

Manfred Mohr ist Autor und Seminarleiter. Anfang April erschien sein neues Buch „Endlich zu Hause in mir“.