Termine

• Jahresausbildung
• Wochenend-Seminare

• Vorträge

Termine Manfred Mohr

Hier alle Seminarinfos

Heiler und Co.

Wunschprojekte

Bärbel Mohr > Online-Magazin > Allgemeine Artikel > Artikel für das Engelmagazin 1 / 2016 Danke für die Lieferung

Artikel für das Engelmagazin 1 / 2016 Danke für die Lieferung

Mittlerweile hat sich wohl schon so ziemlich jeder von uns etwas beim Universum bestellt. Der Begriff „Bestellen“ ist sogar heute bereits in unseren festen Sprachschatz aufgenommen worden. Wer etwas möchte, sei es ein neuer Partner, die Traumwohnung oder einen neuer Job, na, der bestellt es sich doch einfach. Und ganz viele Menschen hatten dabei bereits die erstaunlichsten Erfolge!

Damit mich der „kosmische Lieferservice“ auch wirklich erreichen kann, muss ich den Boten des Universums aber zuerst einmal auch zur Tür hineinlassen. Denn wenn ich ihn gar nicht empfange, wenn er bei mir klingelt, wie soll ich mein himmlisches Paket dann zugestellt bekommen? Es wird dann mit dem Hinweis „Empfänger unbekannt verzogen“ versehen und findet im schlimmsten Fall gar nicht mehr zu mir.

Meine Erreichbarkeit ist darum oberste Grundlage für die Auslieferung meiner Wünsche. Was bei einer Bestellung so selbstverständlich erscheinen mag, kann sogar als ein regelrechtes Lebensprinzip angesehen werden. Ganz grundsätzlich könnte man nämlich sagen:

Um etwas bekommen zu können, muss ich es auch annehmen wollen.

Akzeptanz ist hier das Schlüsselwort. So offen, wie meine Haustür dem Lieferboten des Universums gegenüber sein sollte, so offen sollte ich mich auch dem Leben gegenüber verhalten. Denn verschließe ich meine Tür zumeist, weil ich Menschen, Dinge oder Situationen meines Lebens ablehne, dann erreicht mich auch das Universum bei seiner Auslieferung nicht mehr. Mein Haus ist ja dann verschlossen. So wie ich selbst es bin. Am Ende erweise ich mich bei näherem Hinsehen gar noch als verkappter Annahme-Verweigerer?

Denn es ist zutiefst natürlich und weit verbreitet, gegen die Umstände des eigenen Lebens unentwegt anzukämpfen, zu klagen und dagegen zu sein. Wir sind damit aber in einer Haltung der Ablehnung all dessen, was uns stört und was wir nicht wollen. Innerlich sind wir dann so sehr auf Ablehnung eingestimmt, dass es uns selbst schon gar nicht mehr auffällt. Ablehnung ist dummerweise das genaue Gegenteil von Annahme. Beide sind wie durch eine Art Kippschalter untrennbar miteinander verbunden. Dieser Hebel steht entweder auf „an“, oder auf „aus“. Ich stelle ihn allein durch meine innere Haltung auf seine jeweilige Position.

In meinem letzten Buch zum Wünschen, „Bestellung nicht angekommen“, bin ich näher auf diese Kraft der Ablehnung eingegangen. Sie bestimmt sehr stark, ob meine Wünsche Wirklichkeit werden können. Denn Ablehnungen sind in sich unbewusste Bestellungen. Nichts bekommt von mir mehr Energie und Aufmerksamkeit als gerade die Dinge oder Umstände, die ich ablehne. Mein Bewusstsein beschäftigt sich ganz besonders intensiv mit ihnen – und zementiert sie damit.

Das Universum ist grundsätzlich in einer offenen und wohlmeinenden Grundhaltung mir gegenüber. Es lässt mir meinen freien Willen. Darum steht es mir vollkommen frei, das Universum als Klagemauer zu betrachten oder eben als Füllhorn. Im ersten Falle bleibe ich Opfer meiner Lebensumstände und verzweifle schier daran. Das Leben wird zum Problem. Im anderen Falle aber, wenn ich die Ablehnungen in mir erkenne und in Akzeptanz verwandeln kann, werde ich immer mehr zum selbst bestimmenden, Verantwortung ausübenden Schöpfer meines Lebens. Ich erkenne immer mehr die Wahrheit hinter dem Ausspruch von Hafis, einem persischen Dichter des Altertums:

Du bist deine eigene Grenze, erhebe dich darüber!

Da Bestellungen dort verhindert werden, wo ich noch zu sehr ablehne, können sie für mich sogar zu einer Art Indikator dafür werden, wie sehr ich schon zur Annahme gefunden habe.

Weil Annahme und Akzeptanz nur andere Worte für Liebe sind, wachsen beide nur dort in mir, wo ich selbst immer mehr in die Selbstliebe finde. Wie sehr akzeptiere ich mich bereits selbst? Wo lehne ich mich noch ab, und wo mag ich mich noch rein gar nicht? Das Dumme daran ist: Dort, wo ich mich selbst nicht mag, mag das Universum mich auch nicht. Es schaut schon sehr genau hin, wie weit es mit meiner Selbstliebe her ist.

Die wichtigste Person in unserem Leben sind sicherlich wir selbst. Und das gilt nicht nur für das Bestellen. So sehr wir auch versuchen, anderen Menschen zu gefallen, Bestätigung im Job zu finden, erfolgreich zu sein oder anerkannt zu werden – dies alles wird uns erst wirklich gelingen, wenn wir die zentrale Beziehung unseres Lebens geklärt haben: die Beziehung zu uns selbst. Wie soll jemand anders mich gernhaben, wenn ich selbst mit mir hadere? Wie sollen meine Beziehungen zu anderen Menschen friedlich und in Harmonie stattfinden, wenn ich mit mir selbst nicht im Reinen bin? Den Wert, den ich von anderen bekommen möchte, muss ich darum zunächst einmal mir selbst geben. Dies gelingt mir vor allem durch die Liebe zu mir selbst.

Für mich persönlich bestand ein Weg zu mehr Selbstliebe und Glück im Leben in der Erkenntnis, dass ich selbst es ja bin, der meine Welt und meine damit verbundenen Lebensumstände anblickt. Die einfache Beobachtung eines halb gefüllten Glases wird durch meine Sichtweise bestimmt. Ich habe die freie Auswahl, es als halb voll oder halb leer zu betrachten.

Der englische Dichter David Hume hat den Satz geprägt: „Die Schönheit der Dinge liegt in der Seele dessen, der sie betrachtet.“ Nur eine Seele, die sich selbst als schön empfindet, kann auch die Schönheit der äußeren Welt erkennen. Verkürzt formuliert, möchte ich sagen:

Nur die Schönheit kann die Schönheit sehen.

Ein von mir als halb leer tituliertes Wasserglas bedeutet damit: Ich betrachte auch mich selbst eher als mangelhaft denn als gut und richtig. Das, was ich wahrnehme, hat untrennbar mit mir selbst zu tun. Ich sehe das Außen, wie ich mich selbst sehe. Sehe ich Fehler im Außen, dann projiziere ich dabei nur mein eigenes Fehlerhaftes auf die Welt.

Dort, wo ich ablehne, lehne ich im Grunde mich selber ab.

Akzeptanz kann mir ganz besonders dabei helfen, mich mit anderen Menschen zu versöhnen. Sie unterstützt mich bei der Lösung von Problemen und schafft inneren Frieden in mir. Schließlich gelingt es mir mit ihrer Hilfe vielleicht sogar, das Leben als solches zu akzeptieren und es zu meinem besten Freund zu machen. Eine erfüllte Bestellung ist dann gewissermaßen die Krönung dieser Freundschaft.

Die Basis, auf der wir lernen können, die Schönheit und die Liebe in unserer Umwelt zu entdecken, ist unsere Selbstliebe. Indem wir beginnen, uns selbst zu lieben, eröffnet sich uns auch das Geschenk unseres Lebens. Und wir sagen immer häufiger einfach „Danke“ dafür.

Denn alle Beziehungen, die ich mit anderen Menschen habe, sind letztlich geprägt von meiner Beziehung zu mir selbst. Solange ich mich nur immer wieder selbst kritisiere, ablehne und nicht gut finde, kann ich darum nicht erwarten, Lob, Akzeptanz oder Anerkennung von anderen zu erhalten. Dies ist vielleicht die weitreichendste Konsequenz der Aussage, dass der andere Mensch nur ein Spiegel für mich selbst ist.

(Das neue Buch von Manfred Mohr „Danke für die Lieferung“ ist im November 2015 erschienen).